Selbstliebe und Vergebung

Selbstliebe ist wohl einer der wichtigsten Seelenlektionen die wir lernen dürfen. Zum einen wissen wir das und zum anderen ist es wohl die größte Herausforderung überhaupt. Wir stehen vor dem Spiegel und affirmieren, „Ich liebe dich“ und fühlen auch gewisse Erfolge damit. Die Kehrseite der Medaille ist, dass es eine Sache ist, vor dem Spiegel zu stehen und damit die Selbstliebe herzustellen und zu erwecken aber eine andere Sache ist, dass wir erst, wenn das Leben uns prüft wirklich wissen ob wir dies umgesetzt haben.

Prüfungen des Lebens können sein, dass wir in gewissen Situationen wirklich zu uns selbst stehen lernen, ohne unser wahres Selbst zu verleugnen, sich zu verbiegen oder Anerkennung im Außen suchen.

Das scheint zunächst eine Selbstverständlichkeit zu sein, aber kommen dann Emotionen hinzu, Menschen die wir zu lieben glauben oder unserem Herzen sehr nahe sind, dann sieht es mit der Selbstliebe nicht immer so aus. Allzu schnell vergessen wir, wer wir sind um in die Rolle der liebenswerten Person zu schlüpfen oder aber auch in einem Drama aus Opfertum zu versinken, dies aus einem einzigen Grund -Angst.

Angst ist wohl die Mutter all unserer Glaubensätze. Grundsätzlich gehen wir von zwei sehr tiefen Urängsten aus.

Die Angst vor der Existenz – nicht genug zu haben, zu verhungern, was letztlich eine Form der Angst vor dem Tod ist. Doch aus einer höheren Warte betrachtet, ist der Tod ein Übergang und nichts was wir in irgendeiner Art zu fürchten brauchen, denn unsere Seele unser wahres Sein lebt ewig.

Und die zweite riesengroße Grundangst, ist die Angst nicht geliebt zu werden. Das äußert sich in Form von: Werde ich angenommen so wie ich bin, bin ich liebenswert, werde ich geliebt, kann ich überhaupt lieben, darf ich lieben, bin ich wertvoll (?) usw.

Also eine ganze Palette die unseren eigenen Wert in Frage stellt. Wenn wir den Mut aufbringen und all diese Ängste kritisch betrachten dann dürfen wir wohl erkennen, dass Selbstliebe nicht nur etwas ist, was man vor dem Spiegel affirmiert, sondern Selbstliebe ist ein Prozess und eine seelische Entwicklung, der es sich gilt täglich und immer wieder zu stellen.

Ein wichtiges Tool, welches für mich sehr eng mit der Selbstliebe verknüpft ist, ist die Seelenlektion der Vergebung.

Wir alle haben Fehler, gegründet aus Angst in uns, daher gibt es keinen Grund irgendjemanden für diese „Fehler“ verantwortlich zu machen, weder die Boten, die uns unsere eigenen Begrenzungen aufzeigen noch uns selbst, da wir uns ja auch auf dieser Erde entwickeln wollen. Es ist einfach und letztlich ist alles gut so wie es geschieht, denn das nennt man Entwicklung.

Erreiche ich einen Modus, wo ich sagen kann, alles hat gleiche Gültigkeit, es ist gut so wie es ist, dann komme ich in einen Prozess des inneren Friedens, dort wo Frieden in uns herrscht, ist die Angst nicht mehr zu Hause. Das ist der Augenblick, wo ich zugestehe, alles ist gut und – Vergebung – ist einfach, ohne dass es eines weiteren Wortes bedarf.

Schaffe ich es also, den Modus des inneren Friedens in mir zu erreichen bin ich meiner eigenen Annahme und Selbstliebe einen riesigen Schritt näher gekommen.

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